Forschungskonzept

Forschungsbericht Kompetenz 2.0: E-Portfolios im Einsatz (kurze Einleitung)

Mit dem vorliegenden Bericht dokumentieren wir unsere Ergebnisse der Konzeption des Forschungsdesigns zur Auswertung und Evaluierung von E-Portfolios im Einsatz. Unsere Hauptaufgabe war es dabei ein Bewertungsschema und Kriterien für eine der drei Hauptdimensionen im Umgang mit E-Portfolios im Bildungsbereich zu entwickeln. Wir evaluieren die Hauptdimension Wissenserwerb und Wissensstand durch Nutzung bzw. das Führen eines E-Portfolios mit unserem objektiven Bewertungsschema. Ein anderes Team nimmt sich der subjektiven Bewertung dieser Dimension an (vgl. eva und die luanden 2008).

Mit dem Ansatz der qualitativen Bewertung von E-Portfolios durch den Tutor verfolgen wir  im Wesentlichen den Evaluationsansatz mediengestützten Lernens von Baumgartner. Dieser stellt heraus, dass es bei der Evaluation "nicht bloß um eine systematische (genaue, umfassende, relevante usw.) Erfassung von Daten, sondern ganz wesentlich um ihre Bewertung (vgl. den englischen Wortstamm „value" = Wert) geht" (Baumgartner 1999a, S. 3). Voraussetzung für eine solche möglichst Objektive und sachgerechte Bewertung ist ein umfassendes und sachgerechtes Bewertungsschema welches wir im Folgenden vorstellen werden. Die Schwierigkeit bei jeder Bewertung ist es eine sachgerechte Skalierung für die zu evaluierenden Sachverhalte zu finden. Die allseites bekannten Schulnoten sind dabei meist nicht der richtige Ansatz. Sie reduzieren einen komplexen Evaluanden - und gerade ein Lernprozess ist äußerst komplex - auf eine eindimensionale Skala. Diese ist zwar leicht zu erfassen, jedoch vermag sie es nicht den eigentlichen Wert einer Sache auszudrücken (vgl. Städtler 2006). Zudem passen sie nicht zu einer fortschrittlichen Lehrmethode die nicht auf eine hierarchische Bewertung einzelner Studenten, sondern vielmehr auf deren selbstverantwortliche Weiterentwicklung und Förderung abzielt (vgl. Brügelmann). Um eine echte Bewertung unter Beachtung der Gewichtung verschiedener Faktoren vorzunehmen modifizieren wir für unsere Untersuchung von E-Portfoilios das Verfahren welches Prof. Christian Wagner vorschlägt. Dabei werden 3  wesentliche Dimensionen zur Bewertung eines Portfolios betrachtet. Diese sind Inhalt, Vernetzung und Technologie. Anders als Wagner bewerten wir den Punkt Inhalt mit 3 Bewertungseinheiten (BE). Vernetzung, als wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu offline und traditionellen Lehrmethoden wird mit 2 BE belegt, Technologie, also Aufbereitung und Realisierung des Portfolios mit 1 BE. Die Einzelnen Dimensionen gliedern sich in Unterbereiche die jeweils mit einer Skala von 1 bis 5 BE bepunktet werden. Somit setzt sich jede Bewertungsdimension aus mehreren Einzeldimensionen zusammen. Die Gesamtanzahl der erreichten BE errechnet sich aus dem prozentualen Anteil der in den Unterdimensionen erreichten Punktzahl multipliziert mit der maximal möglichen Bewertungseinheit, also 3 für Inhalt, 2 für Vernetzung und 1 für Technologie. Ein Berechnungsbeispiel folgt nach einer detailierten Herleitung der einzelnen Dimensionen.  

 Erläuterungen zum entwickelten Forschungsinstrument und dessen Sinnhaftigkeit

Im folgenden werden die Dimensionen unseres Bewertungsschemas näher erläutert:

Inhalt (3)
   
Verständlichkeit (1)
   
Faktor Kriterium Beispiel
2 Einfachheit
einfache/komplizierte Darstellung
kurze, einfache Sätze/lange, verschachtelte Sätze
Fachwörter erklärt/Fachwörter nicht erklärt
Konkret/Abstrakt
Anschaulich/Unanschaulich
1 Gliederung/Ordnung
Gegliedert/Ungegliedert
Folgerichtig/Zusammenhangslos, wirr
Übersichtlich/Unübersichtlich
Zielgerichtet/Nicht zielgerichtet
1 Kürze/Prägnanz Zu kurz/Zu lang
Auf Wesentliche beschränkt/Viel Unwesentliches
Auf Lehrziel konzentriert/Abschweifend
Knapp /Ausführlich
0,5 Anregende Zusätze
Anregend/Nüchtern
Interessant/Uninteressant
abwechslungsreich/Gleichbleibend neutral
Persönlich/Unpersönlich
Selektion/ Relevanz (1)


1 thematische Relevanz
vorhanden/nicht vorhanden
1
Selektion und Tiefe der Beiträge
gute/schlechte Selektion
ansprechende/nicht ansprechende Tiefe der Betrachtung
0,5 Relevanz für das Publikum
relevant/ nicht relevant
0,5 Sinnvoller Medieneinsatz
sinnvoll/sinnlos
Reflexion Wissensstand (1)
   
1
Was wurde erreicht?
beantwortet/ nicht beantwortet?
1 Wo stehen wir heute?
beantwortet/ nicht beantwortet?
1 Was sind die nächsten Schritte?
beantwortet/ nicht beantwortet?
Vernetzung (2)
   
Vernetzung in
   
 Faktor Kriterium
Beispiel
1 Blogroll
Blogs mit ähnlicher Thematik
2 Text weiterführende Links
1 Zu anderen Personen
Studenten, Professoren

 

Technologie (1)
   
Einsatz
   
 Faktor Kriterium Beispiel
1 Design
Erscheinungsbild
1 Usability Anordnung der Module
1 Integration der Module
Fähigkeiten multimediale Inhalte zu integrieren


Verständlichkeit

Die Bewertungsdimension Inhalt unterteilen wir in 3 Teildimensionen: Verständlichkeit, Selektion/Relevanz und Reflexion des Wissensstandes. Die Teildimension Verständlichkeit berücksichtigen wir, da der verständlich verfasste Text besser aufgenommen und nicht so leicht vergessen wird. Um die Verständlichkeit zu bewerten, nutzen wir das Hamburger Verständlichkeitskonzept, entwickelt von drei Hamburger Psychologie - Professoren I. Langer, Schulz v. Thun und R. Tausch. Diese haben diverse Eigenschaften der Verständlichkeit zu vier größeren Komplexen zusammengefasst (1993, I. Langer, Schulz v. Thun und R. Tausch, S. 15):

Merkmale der Verständlichkeit:
1.    Einfachheit
2.    Gliederung - Ordnung
3.    Kürze - Prägnanz
4.    Anregende Ansätze

Einfachheit
Der Komplex Einfachheit bezieht sich auf die Wortwahl und den Satzbau. Einfache und geläufige Wörter werden zu kurzen Sätzen zusammengefasst, schwierige Fachwörter werden dagegen erklärt. Hierbei handelt es sich nicht um den Sachverhalt, dieser kann einfach oder schwierig sein, sondern um die Art der Darstellung.

Gliederung / Ordnung
Es wird zwischen innerer Ordnung und äußere Gliederung unterschieden. Bei der inneren Ordnung stehen die Sätze nicht beziehungslos nebeneinander, sondern werden in einer richtigen Reihenfolge dargeboten. Äußere Gliederung setzt voraus, dass zusammengehörige Teile des Textes logisch gruppiert werden, z.B. durch Bemerkungen, Absätze und Hervorhebung von wichtigen Aspekten.

Kürze / Prägnanz
Bei diesem Merkmal geht es um die Beurteilung der Angemessenheit der Textlänge im Verhältnis zum Wissenstransferziel. Hier gibt es zwei Extreme: eine knappe und unzureichende und eine ausführliche und weitschweifige Ausdrucksweise. Extrem knappe und gedrängte Texte erschweren das Verständnis ebenso wie weitschweifende Texte. Wichtig: das Optimum liegt hier, anders als bei anderen Bewertungskriterien, in der Mitte mit Tendenz zur Kürze.

Anregende Zusätze
Dieses Merkmal bezieht sich auf Methoden, die des Lesers Interesse anregen, sei es durch spannende Formulierungen, Storytelling, direkte Ansprache oder Fragen zum Nachdenken.

Die vorgestellten vier Komplexe werden mit unterschiedlichen Faktoren bewertet. Die Faktoren sind wichtig, damit weniger relevante Komplexe nicht das Gesamtergebnis verzerren. Da für das Verständnis der Komplex Einfachheit maßgeblich und essentiell ist, erhält dieser Faktor 2 (vgl., S. 143, I. Langer, Schulz v. Thun und R. Tausch, 1993).  Die Komplexe Gliederung/Ordnung sowie Kürze/Prägnanz erhalten Faktor 1 und der weniger relevante Komplex Anregende Zusätze Faktor 0,5.

Selektion/Relevanz

Wie zum Teil beireits im bisherigen Bewertungsschema (vgl. Kreuzberger, 2007) berücksichtigt, soll innerhalb der Dimension Selektion/Relevanz bewertet werden, inwieweit die ausgewählten und präsentierten Material Inhalte im Bezug zu dem zu bearbeitenden ElDokProjekten und dem Seminar stehen und welche Bedeutung Sie für die angesprochene Zielgruppe (andere Kommilitonen des Seminars) haben. Da die Bedeutsamkeit sehr stark von der subjektiven Empfindung und bisherigen Erfahrungen der Rezipienten abhängig ist, kann Sie nur schwer evaluiert werden. Dennoch trauen wir es dem erfahrenen Seminarleiter zu die Bedeutung präsentierter Inhalte für seine Studenten abzuschätzen.

Wie in der Tabelle ersichtlich, sollen für die Evaluation der Selektion/Relevanz folgende Aspekte beachtet werden:

thematische Relevanz

Thematische Relevanz eines Themas in einem Blogeintrag ist vorhanden, wenn sich der Student mit im Seminar angesprochenenen Inhalten in einem Blogeintrag auseinander setzt (vgl. Kreuzberger, 2007). Da unsere Evaluation nur Blogs beachtetet, in denen ein Zusammenhang zum Seminar erkennbar ist, sollte diesere Punkt bei allen Weblogs erfüllt sein. Jedoch kann das Ausmaß verschieden sein. Der Bewertende kann an dieser Stelle die Blogs nach bestimmten Stichworten durchsuchen und so vergleichen ob die im Seminar angesprochenen Themen sich im Blog des Studenten wiederfinden. Bewertet wird die thematische Relevanz mit Faktor 1. Wird dieser Punkt nicht erfüllt macht eine weitere Evaluation, im Rahmen des EldokSeminars, keinen Sinn.

Selektion und Tiefe der Beiträge

Einen entscheidenden Einfluss auf die Bedeutung des Beitrages für das Publikum hat die Tiefe der Blogeinträge. Hierbei soll betrachtet werden, wie ausführlich die selektierten Inhalte in den Einträgen behandelt werden. Im Mittelpunkt steht her nicht die Quantität der Informationen, sondern vor allem die Qualität ihrer Darstellung. Jedoch ist zu beachten, dass nicht jede Information notwendigerweise in aller Ausführlichkeit dargelegt werden muss. Beachtet werden sollte deshalb auch ob der Student die relevanten Aspekte selektiert hat, die einer tiefergehenden Betrachtung würdig sind. Bewertet wird die Selektion/Tief der Beiträge mit Faktor 1.

Relevanz für das Publikum

Abzugrenzen von der thematischen Relevanz ist die Relevanz der Information für das Publikum. Entscheidenden Einfluss hat hier die subjektive Bedeutsamkeit einer Information. Sie bezeichnet die wahrgenommen Wichtigkeit der Inhalte eines Blogeintrages für den einzelnen Rezipienten, also den Lernenden im EldokSeminar. Er ist stark von den Erfahrungen un dem Wissensstand der einzelnen Seminarteilnehmer abhängig. Der Seminarleiter kann deshalb nur eine Abschätzung vornehmen, inwieweit der Blogeintrag den Lernprozess der anderen Seminarteilnehmer in der Bearbeitung der unterschiedlichen Seminarthemen unterstützt.

Natürlich ist es wünschenswert, dass die Bloginhalte auch eine Relevanz für potentielle Blogleser besitzt um eine Interaktion zwischen den Studierenden in den Blogs möglich zu machen. Da für unsere Evaluation jedoch vor allem der Wissenserwerb/stand des Blogschreibenden selbst von zentraler Bedeutung ist, solte dieser Punkt nicht überbewertet werden und darf (wenn überhaupt) nur mit einem niedrigen Faktor gewichtet werden.

Sinnvoller Einsatz der Medien

Neben der Informationsauswahl und ihrer Bedeutung soll auch evaluiert werden, ob der Evaluand zusätzliche Medien einsetzt, die zu einem besseren Verständnis der präsentierten Inhalte beitragen. Der Medieneinsatz ist jedoch nicht immer sinnvoll, weshalb ein fehlender Medieneinsatz nicht zwingend negativ zu bewerten ist.

Da von Medienstudenten erwartet werden kann, dass sie in der Lage sind sinnvoll mit dem Medieneinsatz umzugehen wird dieser Punkt mit dem niedrigsten Faktor (0,5) bewertet..

Reflexion/Wissenstand

Im Rahmen des Seminars besteht ein konkretes Lernziel der Studenten vor allem in der Reflexion der eigenen Arbeit innerhalb des Seminars Elektronische Dokumente (Kirchner/Bernhard 2008). Hierfür dienen den Studenten die typischen Orientierungsfragen als Anhalspunkte für die Lernprozessreflexion, die Sie in ihren Blogs festhalten sollen. Bei der Evaluation dieses Aspekts soll deshalb bewertet werden inwieweit die folgenden Reflexionsfragen in dem jeweiligen Beitrag beantwortet werden:

Was habe ich bisher gelernt?

Wo stehe ich heute?

Was sollen meine nächsten Schritte sein? (EduMedia 2007)

Die Aspekte werden aufgrund ihrer gleichwertigen Wichtigkeit für die Reflexion des Wissenstandes/erwerbs jeweils mit dem Faktor 1 bewertet.

Vernetzung


Die Dimension Vernetzung unterteilt sich in die Punkte Blogroll, Text und Vernetzung zu anderen Personen und wird mit einem Faktor von 2 bewertet.
Die Vernetzung steht bei blogbasiertem Lernen maßgeblich für die vom Internet bereitgestellte Fähigkeit, durch Verlinkung in andere Blogs, zu anderen Texten oder auch (Web)-Autoren einen virtuellen Zusammenhang (vgl. Baumgartner 2007) herzustellen und für den Lesenden/Lernenden ein Thema und möglicherweise relevante Subthemen weitläufig zu erschließen. Die Dimension gewinnt weiterhin an Gewicht, da durch das stetig fortlaufende Hinzufügen von Informationen zu dem Thema die „Lernkarriere" dokumentiert wird (Baumgartner 2007) und ein immer dichteres Wissensnetz um ein Thema gespannt wird. Dabei ist Vernetzung in zwei Arten zu unterteilen: interne Vernetzung, z.B. zu anderen Seminarteilnehmern, oder extern, z.B. zu Webmaterial außerhalb der entsprechenden Blogplattform (vgl. Kreuzberger 2007).

Blogroll

Autoren haben in ihren Blogs die Möglichkeit, eine Blogroll anzulegen. Eine Blogroll ist zunächst eine Liste von Links auf einem Blog, der auf andere Weblogs verweist. Im von uns betrachteten Bereich ist dies sinnvoll, wenn eine solche Liste auf Blogs verlinkt, die an den jeweiligen Inhalt thematisch anknüpfen. Der Blogger kann somit Wegbereiter zu weiterem Wissenserwerb der Lernenden/Lesenden werden und diese dazu anregen, sich zusätzliches Wissen um den Blog-Thema anzueignen. Die Länge und Relevanz der Blogroll verdeutlicht den Grad der Auseinandersetzung des Studierenden mit unterschiedlichen Themen und bringt zum Ausdruck, dass er andere (Blog)-Quellen in sinnvollen Bezug zu seinem Blog setzen kann.
 

Text

Die Auswahl der verlinkten Texte durch den Blogführenden gibt hinsichtlich der Bewertung sowohl darüber Auskunft, wie intensiv er sich mit dem Thema auseinandergesetzt und eigenständig weiteres Informations-Material gesucht hat, als auch darüber, welche Texte er als qualitativ hochwertig einschätzt und für die Verständlichkeit des Themas förderlich hält. Verlinkte Texte bringen zum Ausdruck, dass der Autor selbständig weiter in die Materie eingedrungen ist, um mehr Wissen zu erwerben.
Da dieser Punkt eine weitaus intensivere Betrachtung des jeweiligen Stoffes voraussetzt, wird er mit 2 bewertet.

Vernetzung zu anderen Personen

Die Vernetzung zu anderen Personen, z.B. Professoren oder Kommilitonen,  gibt ebenfalls Aufschluss über Interesse und Intensität der Auseinandersetzung zu einem Thema. So kann der Autor durch die Verlinkung von Professoren etwa deutlich machen, dass er zu einem spezifischen Thema zielgerichtet wissenschaftliche Perspektiven herangezogen, sich mit diesen auseinandergesetzt und sie gegebenenfalls als hilfreich für sein Verständnis empfunden hat.

 

Technologie

Die Dimension Technologie schlägt mit einer Bewertungseinheit zu Buche. Sie erfasst Design und Aufbau des E-Portfolios unter Usability Gesichtspunkten. Der Studierende kann durch einen guten Aufbaus seines Portfolio seine Medienkompetenz  im Bereich Web demonstrieren. Er weiß wie Inhalte webgerecht aufbereitet und präsentiert werden und ermöglicht es so anderen von seinem E-Portfolio zu lernen. Zur Bewertung kann aus Aufwandsgründen nur ein Gesamteindruck erfasst werden. Dieser orientiert sich an den von Nielsen geprägten und aufgestellten Heuristiken zu Web- und Usabilitydesign. Eine gute Zusammenfassung dieser bietet Jens Meiert. Er beschreibt Allgemeine Richtlinien der Mensch-Maschine Kommunkaition, sowie spezielle Richtlinien zur Gestaltung von Websites.   

Wie werden die Erwartungen / das I-/W-Management / der Lernerfolg mit dem Instrument erhoben?

Im Rahmen der Evaluation werden unterschiedliche Aspekte des selbst-gesteuert-konnektvien Lernens mit einem Eportfolio und des daraus resultierenden Lernerfolgs und der Förderung des I/WManangements erhoben. Hierfür werden unterschiedliche Instrumente angewendet um die vier Hauptdimensionen und intervenierende Variablen zu untersuchen (vgl.Kirchner 2008). Mit unserem Instrument, der Evaluation wird die Dimension Wissenserwerb/stand untersucht. "Wissenserwerb meint den Zuwachs an Sachwissen/Erkenntnis über Themen und den Erwerb von Handlungskompetenzen." (Kirchner 2008) Mit der Evaluation überprüft der Dozent aus objektiver Sicht inwieweit, der Student des entsprechenden Eportfolios eigene Erkenntniss und Kompetenzen im Rahmen der Lehrveranstaltung Elektronische Dokumente entwickelt hat. Es wird erwartet, dass der Student das erlangte Wissen in seinen Blogeinträgen reflektiert und bestimmte Aspekte aufbereitet, sodass sie auch anderen Lernenden (bspw. Mitstudenten) zugänglich werden. Die zu erwartenden Einträge werden dann nach den unterschiedlich gewichteten Bewertungsdimensionen Inhalt, Vernetzung und Technologie bewertet und geben einen ersten Einblick in den Wissenserwerb/Wissensstand des Studenten.

(Neben der objektiven Evaluation des Wissenstandes durch den Dozenten wird auch die subjektive Einschätzung des Studenten selbst im Rahmen der Untersuchung näher beleuchtet. (vgl. eva und die luanden 2008))

 Was ist besonders zu beachten bei der Umsetzung / beim Einsatz des Instruments?

Es ist nicht immer möglich und sinnvoll, alle Punkte des Schemas auf einen Beitrag anzuwenden. Beim Einsatz des Instrumentes ist es daher zu beachten, dass ein Blog in seiner Gesamtheit bewertet werden muss. Die aufgeführten Punkte und die polarisierten Paaren (z.B.: oberflächlich/tiefgründig) geben einen Orientierungsrahmen vor und müssen zwecks Aufwandminimierung nicht einzeln bewertet werden. Wie auch bereits im vergangenen Seminar sollte es ein Zwischenfeedback geben, damit die Stundenten im Verlauf des Seminars das Richtige tun (effektiv) und es richtig tun (effizient). Aus diesem Grund soll die Bewertung offen gelegt werden. Sinnvoll ist in diesem Zusammenhang die Evaluation durch zwei Bewerter. Da solcher Einsatz den Aufwand steigert muss die Anzahl der Bewerter abgewägt werden. Zur Hilfe des Bewerters soll eine Online-Plattform entwickelt werden, in der der Lehrender die Daten und die Hinweise für die Studierenden eingeben kann.

Problemanalyse (Was könnten für Schwierigkeiten auftreten?)

Ein grundlegendes Problem bei der Bewertung von Blogs besteht in der subjektiven Meinung des Bewertenden. Auch wenn unserer Instrument eine objektive Bewertung anhand klar definierter Kriterien möglich macht, ist es im Alltag für einen einzelnen Bewertenden schwer, frei von subjektiven Einflüssen zu bewerten. Um eine möglichst ausgewogene und faire Bewertung zu erzielen, schlägt Brügelmann (2008) vor, „Leistungen möglichst von mehreren Personen"bewerten zu lassen. Damit würde die Gefahr, Bewertungen ausschließlich einem Individuum und dessen Verständnis, Prioritäten und Präferenzen zu überlassen eingedämmt.
Eine Minimierung des Zeitaufwands ist durch die Zusammenfassung der Sub-Kriterien zu ermöglichen. Dabei sollte aber möglichst keine allzu starke Generalisierung stattfinden, da sonst der Gedanke der Bewertung, eben gerade möglichst differenziert und individuell zu bewerten, um jeweilige Stärken/Schwächen genau herauszuarbeiten, verloren geht.
Ausklammern hingegen kann man sogenannte TrackBacks. Diese Funktion gestattet es anderen Usern, auf den Beitrag des Autoren Bezug zu nehmen, mit anderen Blogs zu verlinken oder zu kommentieren. Da dies nicht mehr in den Händen des Blogführenden liegt, ist eine Bewertung dieser Einheit nicht sinnvoll.

Beispielevaluation


Folgend wird eine Beispielevaluation anhand des Blogs http://luisa89.edublogs.org durchgeführt.   

Inhalt (3)    
Faktor Kriterium
Begründung
Bewertung
Verständlichkeit (1)
     
2 Einfachheit Klare Struktur, verständliche Wortwahl, teils zu verschachtelte Sätze 3  (=6)
1 Gliederung/Ordnung Logischer  und zielgerichteter Aufbau der Beiträge 5 (=5)
1 Kürze/Prägnanz Beiträge mit geringer Info-Dichte teils dennoch etwas ausschweifend 2 ( 2)
0,5 Anregende Zusätze Der lockere Erzähl-Stil regt zum Lesen an 4 (2)
      70% = 0,7
Selektion/ Relevanz (1)      
1 thematische Relevanz Fast ausschließlich Beiträge zum Seminar oder zu seminarrelevantem 5 (5)
1 Selektion und Tiefe der Beiträge Reflektierte Betrachtung des Seminars, allerdings in puncto Ausmaß der Beiträge schwankend, Themen meist nur umrissen 3 (=3)
0,5 Relevanz für das Publikum Die Seminarteilnehmer können einen Überblick über die Themen der jeweiligen Seminare gewinnen 4 (=2)
0,5 Sinnvoller Medieneinsatz Medieneinsatz findet nicht statt. Fotos erarbeiteten Leistungen (z.B. mit Photoshop) wären hier teilweise wünschenswert gewesen 1 (=0,5)
   
70% = 0,7
Reflexion Wissensstand (1)      
1 Was wurde erreicht? In vollem Maße vorhanden 5 (=5)
1 Wo stehen wir heute? In vollem Maße vorhanden 5 (=5)
1 Was sind die nächsten Schritte? In vollem Maße vorhanden 5 (=5)
      100% = 1
Gesamt
    0,7 + 0,7 + 1= 2,4
Vernetzung (2)      
Faktor Kriterium
Begründung
 
1 Blogroll Vorhanden und teils Blogs zu relevanten Themen gewählt, dieser Teil könnte noch ausgebaut werden 3 (3)
2 Text
Keine Verlinkung zu speziellen Textstücken erkennbar 1 (=2)
1 Zu anderen Personen Geringe und ausschließlich interne Verlinkung 2 (=2)
 Gesamt     35% = 0,35
0,35*2 = 0,7

Technologie (1)
     
Faktor Kriterium
Begründung
 
1 Design Klar und übersichtlich, aber nicht sonderlich ansprechend, eher etwas bieder. Keine Logos oder Grafiken verwendet 2 (=2)
1 Usability Alle erwünschten Informationen schnell auffindbar 4 (=4)
1 Integration der Module Die Module wurden sinnvoll integriert und optisch gut abgegrenzt
5 (=5)
Gesamt     75%=0,75

Ergebnis:











Kurzes Fazit

Mit dem Evaluationsschema, das in diesem Forschungsbericht diskutiert wurde, wird die Dimension „Wissenserwerb/stand" des Informations/Wissenmanagements bedingt objektiv erhoben. In Beispielevaluationen haben wir unser Intrument an vorhandenen Werblogs getestet. Hiebei stellten wir fest, dass die ausgewählten Dimensionen (Verständlichkeit, Vernetzung, Technik) sehr gut für die Evaluation der Weblogs durch den Seminarbetreuer geeignet sind. Dennoch ist es eventuell ratsam, die verschiedenen Aspekte die diese Dimensionen beeinflussen, mit einer größeren Stichprobe zu überprüfen und gegebenfalls anzupassen. Hierzu gehören neben den einzelnen Aspekten auch deren Gewichtung in den einzelnen Dimensionen. Natürlich können auch noch weitere Aspekte, die in die Bewertung einbezogen werden sollen, hinzugefügt werden. Wir möchten nur darauf hinweisen, dass auf eine angemessene Komplexität des Instrumenst für den Anwender zu achten ist. Der Zeitaufwand, den dieses Instrument (in seinem derzeitigen Ausmaß) mit sich bringt halten wir für angemessen. Zur Erleichterung kann eine Onlineplattform führen, wo der Bewertende seine Ergebnisse einträgt und der Bewertete diese Information abrufen kann. Für die bewerteten Studierenden haben die Ergebnisse aus der Evaluation eine hohe Bedeutung. Sie können nachvollziehen, welche Punkte der Lehrende kritisiert, sodass Sie diese im Laufe des Seminars verbessern können. Um einen solchen Prozess zu ermöglichen, ist es notenwendig, dass der Lehrende die Blogs nicht nur am Ende des Seminars bewertet sondern auch in dessen Verlauf.

Quellen

Brügelmann (2006), "Sind Noten nützlich oder nötig?" Kurzfassung des Notengutachtens, Online verfügbar: http://www.agprim.uni-siegen.de/notengutachten.htm Abgerufen am 12.08.08

Meiert (2005), Online verfügbar: http://meiert.com/de/publications/articles/20051218/ Abgerufen am 15.08.08

Baumgartner, Peter (1999a): Evaluation mediengestützten Lernens. Theorie - Logik - Modelle. In: Projektevaluation in der Lehre - Multimedia an Hochschulen zeigt Profil(e). M. Kindt. Waxmann, Münster. 7: 61-97. Online verfügbar unter: http://www.peter.baumgartner.name/material/article/eval_medien_lernens.pdf [Zugriff am 25.05.2008] Städtler, http://www.ifeb.uni-bremen.de/wordpress_staedtler/?p=87, abgerufen am 14.08.08

Kreuzberger, Gunther (2007):Bewertungsschema: E-Portfolio Weblog.Online verfügbar unter: http://tutorblog.elearning2null.de/wp-content/uploads/2008/01/bewertungsschema-e-portfolio-weblog.pdf, Abgerufen am 12.08.2008

Kirchner/Bernhard (2008): Vorlesung Elektronische Dokumente. Online verfügbar unter: http://www.tu-ilmenau.de/fakmn/uploads/media/eldok11_ws07.pdf, Abgerufen am 19.08.2008

Kirchner (2008): E-Portfolio-Forschungsseminar: Finales Forschungskonzept Online verfügbar unter: http://amwiki.de/display/EPortfolioFS/Finales+Forschungskonzept Abgerufen am 25.08.2008

EduMedia (2007): Didaktische, organisatorische und technologische Grundlagen von E-Portfolios und Analyse internationaler Beispiele und Erfahrungen mit E-Portfolio-
Implementierungen an Hochschulen. Salzburg Research Forschungsgesellschaft, Anwendungsfeld EduMedia. Online verfügbar: http://edumedia.salzburgresearch.at/images/stories/eportfolio_studie_srfg_fnma.pdf, Abgerufen am 15.09.2007

Inghard langer, Friedman Schulz v. Thun, Reinhard Tausch (1993): Sich verständlich ausdrücken. Ernst Reinhardt Verlag.München.

eva und die luanden (2008): Finales Forschungskonzept: Onlinefragebogen. Online verfügbar unter: http://amwiki.de/display/EPortfolioFS/Forschungsbericht, Abgerufen am 15.09.2007

 

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